Die Seniorenkatzen

Aus der Serie Ernährung in allen Lebensphasen: Die Seniorenkatzen
 
Der Energie- und Nährstoffbedarf ändert sich im Laufe des Lebens - ganz klar. Der Energie-, Protein- und Vitamin/Mineralienbedarf ist bei Jungtieren um einiges höher als bei erwachsenen Katzen. Trotzdem: Die Vorfahren unserer Katzen fraßen Beutetiere, hauptsächlich Mäuse. Je nach Alter erbeuteten sie mehr oder weniger davon - Mäuse für bestimmte Lebensphasen gibt es einfach nicht. Dasselbe gilt für das Katzenfutter: es muß hochwertig genug sein - nach dem Vorbild der Natur - und die Gesamttagesmenge macht es dann.
 
Wann ist die Katze ein Senior?
Was ist eine alte Katze? Sind unsere Katzen Senioren bereits im Alter von 7 Jahren, wie die Industrie uns weismachen will, obwohl die Lebenserwartung natürlich ernährter Katzen bei 16-17 Jahren liegt?
 
Altern – das ist etwas ganz individuelles. Genetik, Ernährungszustand, Kastration, Lebensweise, Haltungsbedingungen, Gesundheitsvorsorge – all das beeinflusst die Lebenserwartung einer Katze und steuert den Veralterungsprozeß.
 
Der Energie- und Nährstoffbedarf ändert sich zwar im Laufe des Lebens aber es ist nicht das kalendarische Alter, das den Bedarf bestimmt, sondern das biologische Alter. Es gibt Katzen, die im Alter von 12-13 Jahren durch die Wohnung toben und spielen wie Jungtiere – es wäre deshalb ganz falsch, diesen Katzen ein kalorienreduziertes Seniorenfutter zu füttern, nur weil sie vom kalendarischen Alter her „Senioren“ sind. Deshalb soll die Fütterung ganz individuell angepasst werden (nach Aktivität, unter Berücksichtigung vorhandener Krankheiten usw.)
 
Altersbedingte Veränderungen
Es gibt jedoch physiologische Veränderungen im Alter, die sich auf den Nahrungsbedarf auswirken:
so z.B. senkt die Abnahme der Aktivität und der Muskelmasse bei gleichzeitiger Zunahme des Fettgewebes den Energiebedarf um ca. 20%
die Motorik des Darmkanals lässt nach (auch wegen Bewegungsmangel): der Nahrungsbrei geht langsamer durch den Darmkanal durch – das Wasser wird vorzeitig abgezogen: Verstopfung entsteht
Enzymtätigkeit nimmt ab - Nährstoffe werden nicht mehr so gut verwertet
der Körper speichert weniger Nährstoffe (z.B. Leber speichert weniger Vitamin A): der Bedarf an Vitaminen A, E und den wasserlöslichen Vitaminen steigt um das Doppelte!
Ebenso steigt der Proteinbedarf
 
Wie wir sehen, ist die veraltete Meinung, dass alte Katzen proteinreduziertes Futter zu sich nehmen sollten, längst überholt und falsch! Der Proteinbedarf steigt im Alter. Es ist jedoch nicht notwendig die Menge zu erhöhen sondern man sollte auf die Qualität peinlichst achten. Die Proteine sollten leichtverdaulich und biologisch hochwertig sein (Muskelfleisch und gute Innereien wie Leber sowie Eier), damit die Nieren nicht belastet werden. Das Aminosäuremuster des jeweiligen Proteins bestimmt die Wertigkeit.
 
Die Qualität des Futters ist ausschlaggebend
 
Die Prophylaxe alterbedingter Gesundheitsstörungen beginnt bereits bei der Ernährung des Jungtieres an. Der Körper des Jungtieres muss lernen, Enzyme zu bilden. Eiweißverdauung z.B. kann nur dann einwandfrei funktionieren, wenn dem Körper hochwertige Eiweißstoffe zugefügt werden und der Körper „gelernt“ hat, diese zu verwerten.
 
Das ist besonders wichtig für den Aufbau und die Erhaltung eines gesunden Immunsystems.
 
Aber auch bei erwachsenen und alten Katzen ist die Qualität des Futters am Wichtigsten! Katzen fressen, um ihren Energiebedarf zu decken (250-280 kcal/Tag). Deshalb dreht sich alles - bei errechneten Fütterungsempfehlungen auf den Futterpackungen, bei Katzenfuttertests usw. - um die Energiemenge im Futter. Das reicht jedoch nicht! Die Katze braucht neben Energie (wir könnten auch unseren täglichen Energiebedarf nur mit Schokolade decken...) auch Nährstoffe! Wenn das Futter hochwertig ist, bekommt die Katze von der gefressenen Tagesmenge die Nährstoffe (Proteine, Mineralien, Vitamine), die sie auch braucht. Minderwertige Nahrung dagegen mit viel Kohlenhydraten und Fetten deckt auch den reinen Energiebedarf. Aber: da die Katze aufhört zu fressen, wenn sie genug Energie hat, kann es passieren, dass die Katze bei minderwertigem Futter aufhört zu fressen bevor sie genügend andere Nährstoffe - vor allem Proteine bekommen hat. Das passiert noch leichter im Alter, da erstens der Energiebedarf einer alten Katze um 20% geringer ist und zweitens der Proteinbedarf höher aber die Proteinverwertung ineffektiver geworden ist.
 
Was füttern?
 
Ein hochwertiges Futter ohne tierische und pflanzliche Nebenerzeugnisse füttern, das für alle Lebensstadien geeignet ist (z.B. Power of Nature Active Cat). Die Fütterungsmenge der Aktivität anpassen. Ein (hochwertiges!) Senioren- oder Diätfutter nur dann füttern, wenn proteinurisches Nierenversagen diagnostiziert wurde (d.h. eine erhöhte Proteinausscheidung im Harn feststellbar – nach heutigen Erkenntnissen der US-Wissenschaftlern sind die etwas erhöhten Kreatinin- und Harnstoffwerten im nur Serum noch kein ausreichendes Kriterium für eine Proteinrestriktion, vor allem wenn keine klinischen Symptome wie Erbrechen (bei Urämie) vorliegen) oder die Katze stark übergewichtig ist. Unbedingt ein gutes Multivitaminmineralpräparat lt. Packungsangaben und eine Messerspitze Vitamin C (EsterC oder Natrium Ascorbat (natürliches Vitamin C), keine Ascorbinsäure) täglich zufüttern. Einige Tropfen (3-5) Anibio Nachtkerzenöl als Kur (1 Woche lang jeden Monat täglich) wirken positiv auf das Immunsystem und die Nierenfunktion sowie das Allgemeinbefinden.
 
Bei Verstopfungsproblemen MC DefurUm mit einem erhöhten Fasernanteil 2-3 mal wöchentlich (bei Bedarf öfter) verabreichen.
 
Fazit:
 
Ernährungsprobleme der alten Katze
-         verminderte Aktivität: Energiebedarf ca. 20% kleiner
-         verminderte Darmperistaltik: Resorptionsprobleme und Verstopfung
-         verminderte Enzymtätigkeit: Maldigestion
-         Körper speichert weniger Nährstoffe: Protein- und Vitaminbedarf nimmt zu
 
Bei Fütterung unbedingt achten:
-         Fütterungsmenge der abnehmenden Aktivität anpassen.
-         Protein: Auf die Qualität achten!(aus hochwertigen tierischen Quellen, keine „Nebenerzeugnisse“)
-         Essentielle Fettsäuren (insbesondere Omega 3) wichtig für Immunsystem und Nierenfunktion
-         Fasern wichtig wg. nachlassender Motorik des Darmkanals
 
Erhöhter Vitaminbedarf um 100% (insbesondere A, E und die wasserlöslichen Vitamine C und B-Gruppe)

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